Erfolgreiche Projekte dank Mithilfe der Familien

REHASWISS Projekte in Kottayam/Kerala, Januar 2015

Mit Freude und Engagement führte uns Gesamt-Projektleiter, Herr Michael Cruse, zusammen mit Susanne, der Betreuerin der einzelnen Projekte, zu einem Treffen der Mikrokreditnehmer und ihren engsten Familienangehörigen.
Für zwölf laufende Projekte der letzten beiden Jahre wurde nach vorgängig genauer Beurteilung der Bedarfssituation und des Verwendungszwecks sowie unabhängig der familiären, religiösen oder politischen Herkunft der Antragssteller eine Kredithöhe von je 15‘000 indischer Rupien  (= ca. CHF 220) gesprochen. Dies als zinsloses dreijähriges Darlehen, welches in Kleinbeträgen periodisch oder je nach Stand der durch die Mikrofinanzierung ermöglichten neuen oder zusätzlichen Einkommen laufend zurück bezahlt wird.
Die Schilderungen der Einzelnen über Hintergründe, Umstände und Zielsetzungen für die Inanspruchnahme eines Kredites als Start- oder Überbrückungshilfe waren beeindruckend. Grosse Dankbarkeit war erkennbar.
In dieser Haltung war nicht Unterwürfigkeit sondern vielmehr Stolz, Energie und Wille zu spüren, über das Erreichte und das angestrebte Ziel berichten zu dürfen.

Familienvater mit Lähmung

Familienvater mit Lähmung

Familienvater mit Lähmung
Einem infolge Arbeitsunfall gelähmten Familienvater mit drei Kindern, dessen Frau vom Staat lediglich 100 Tage Arbeit zugesichert erhält, dient der Kredit für die Ausbildungsmöglichkeit der Kinder sowie für den Weiterausbau einer bescheidenen Entenzucht mit Unterstützung seines Vaters. Typisch bei vielen Projekten ist der Einbezug ganzer Familien. Auch wenn die Person mit einer Behinderung eigentlicher Nutzniesser des Kredites ist, engagieren sich oft Ehepartner, Eltern und Kinder mit, wenn es darum geht, das Projekt umzusetzen.

Näherinnen und Verkäufer
Ebenso offenherzig erfuhren wir von den anderen Kreditbeanspru­chungen, wo ein Familienmitglied von Behinderung oder Krankheit wie Kinderlähmung, Unfall-Lähmung, psychischer Krankheit, Epilepsie, Schilddrüsenkrankheit betroffen ist. Die Behinderten versuchen, ihre Lebenssituation durch den Aufbau verschiedener Tätigkeiten zu verbessern, sei es als Home-Näherin, Curryprodukte in Kleingrössen verpacken und von Familienmitgliedern im Haustürverkauf anbieten, Betreibung eines Klein-Shops/Kiosks, Kleiderverkauf von Tür zu Tür, Lotterieverkäufer oder durch einen mobilen Verkaufsstand.

Die Frau des unterstützten Behinderten im Kleinladen

Die Frau des unterstützten Behinderten im Kleinladen

Die Projekte und Begegnungen überzeugten uns, dass REHASWiSS mit Mikrokrediten wirksame Hilfe zur Weiterentwicklung und Selbstsorge für Familien dort bewirken kann, wo der Staat oder die sozialen Einrichtungen ungenügenden Beitrag leisten.